Reindustrialisierung und Automatisierung: Realität jenseits der Rhetorik

Datum: März 27, 2025, Autor: Guenther Meyringer

In den letzten 12–18 Monaten hat die Diskussion über die Rückverlagerung von Produktionsarbeitsplätzen nach Europa stark an Dynamik gewonnen. In den USA wurde dieses Thema unter der aktuellen Regierung noch weiter verstärkt. Doch abseits der Rhetorik bleibt die zentrale Frage: Wie kann Reindustrialisierung in Hochlohnländern mit hohem Lebensstandard tatsächlich gelingen?

Damit westliche Volkswirtschaften erfolgreich reindustrialisieren können, müssen drei wesentliche Kostentreiber bewältigt werden: Energiekosten, Materialkosten und Arbeitskosten. Letztere stellen eine besonders große Herausforderung dar – nicht nur aufgrund von Lohnunterschieden, sondern auch, weil Schichtarbeit in der Fertigung immer schwieriger zu besetzen ist. In modernen, sozial und wirtschaftlich entwickelten Gesellschaften gibt es immer weniger Menschen, die bereit sind, unter physisch anspruchsvollen Bedingungen in der Produktion zu arbeiten.

Genau hier ist Automatisierung unerlässlich.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller Automatisierung in allen Bereichen der Produktion vorantreiben. Während in Branchen wie der Automobilproduktion – etwa beim Stanzen oder Schweißen – menschliche Arbeit bereits weitgehend durch Roboter ersetzt wurde, bleibt die Logistik eine der letzten Bastionen manueller Tätigkeiten in der Fertigung. Doch innovative automatisierte Fahrzeuglösungen verändern diesen Bereich rasant. Da logistische Prozesse oft weniger standardisiert sind, sind fortschrittliche Technologien wie Computer Vision und künstliche Intelligenz entscheidend, um diese Komplexität zu bewältigen.

Ein zukunftsfähiges Fertigungsökosystem basiert auf der nahtlosen Integration virtueller Lösungen (digitaler Zwillinge) und physischer Automatisierung (Roboter und autonome Fahrzeuge). Dadurch kann die Logistik in Echtzeit flexibel koordiniert werden, sodass der Bedarf an schichtbasierten Arbeitskräften reduziert und Materialflüsse zwischen Lager und Produktion optimiert werden.

Eines muss jedoch klar sein

Automatisierung wird keine traditionellen Produktionsjobs zurückbringen. Stattdessen wird sie die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen sichern und ihnen ermöglichen, in einer zunehmend komplexen globalen Wirtschaft zu bestehen. Der Fokus muss sich von der Nostalgie der Vergangenheit hin zur Gestaltung einer Zukunft verschieben, in der europäische Produktion durch Innovation, Effizienz und intelligente Automatisierung führend ist.

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